Lavant hören

Lavant lesen: Marko Dinić und Yevgeniy Breyger über Christine Lavant

Aufgenommen live im Literaturhaus Wien

Veröffentlicht am 16.07.2026 / 07:07

Anmerkungen

Am 26. Mai 2026 trafen sich die Schriftsteller Yevgeniy Breyger und Marko Dinić im Literaturhaus Wien zur neunten Ausgabe von „Lavant lesen". Im Zentrum ihres Gesprächs standen ausgewählte Gedichte von Christine Lavant – von „Ich fürchte mich" bis zu ihrem mutmaßlich letzten Gedicht „Laubloser Baum". Diese Folge von „Lavant hören" bringt Ausschnitte aus diesem intensiven Nachdenken über Körper und Geist, Mond und Stern in Lavants Werk.


Breyger und Dinić führen seit Langem ein andauerndes Gespräch über Christine Lavant, in dem das Vorlesen und Kommentieren ihrer Lieblingsgedichte im Mittelpunkt steht. Im Literaturhaus suchten sie erstmals öffentlich nach dem Ursprung dessen, was sie an Lavants Lyrik bis heute fesselt – ihr Ringen mit der Schöpfung und mit Gott als eine Form, die erst durch vollendete sprachliche Gestalt ihre Berechtigung findet.

Gedichte von Marko Dinić:

  • „Du hast mich aus aller Freude geholt" (aus Sonnenvogel)
  • „Oh Schaukel Gottes" (aus Die Bettlerschale)
  • „Ich fürchte mich" und „Laubloser Baum, der Weg war eine Natter" (aus Christine Lavant – Gedichte aus dem Nachlass, Werkausgabe Bd. 4; Letzteres vermutlich Lavants letztes Gedicht, 1962/1973)

Gedichte von Yevgeniy Breyger:

  • „Das Ende wird einst mir gehören" (aus Spindel im Mond)
  • „Zwölf dotterbrüstige Vögel, doch keiner von ihnen erleuchtet mich" (Werkausgabe Bd. 1)
  • „So also geht Erleuchtung vor?" (aus Seit heute, aber für immer, hg. von Jenny Erpenbeck)
  • „Um Mitternacht habe ich Sterne zerkaut" (Werkausgabe Bd. 1)

Während Dinić in den Gedichten wörtliche Bezüge zu Körper und Geist, Herz und Hirn ausmacht, sieht Breyger die Bilder von Mond, Stern und Kern als Schlüssel zu Lavants Werk.